
Aprilnachmittag im Paulusviertel. Die Sonne knallt flach durch die hohen Fenster meiner Hinterhof-Wohnung und wirft harte Schatten auf mein MacBook. Vor mir: Ein Foto von der kleinen M. an den Saale-Wiesen. Roh. Blaß. Technisch okay, sagt die Sony Alpha 6000, die ich für mein Burg-Studium mal angeschafft hatte. Aber für mein Auge? Es fehlt die Seele. Es sieht flach aus, wie eine Bleistiftskizze, der die Tusche fehlt.
Bevor ich dir erzähle, wie ich dieses graue Etwas in ein Bild verwandle, das sich wie eine Illustration anfühlt: Diese Seite enthält Affiliate-Links. Wenn du über einen dieser Links ein Preset-Paket oder einen Kurs kaufst, bekomme ich eine Provision — für dich entstehen keine Mehrkosten. Ich verlinke nur Produkte, die ich selbst bezahlt und in echten Familien-Aufträgen getestet habe. Mein Wort als Illustratorin.
Warum ich beim Lightroom-Kurs kapituliert habe
Ich bin keine Fotografin. Ich bin Illustratorin. Ich denke in Farbstimmungen, nicht in Kurven. Letztes Jahr im Mai hatte ich mir diesen Adobe Lightroom Classic Komplettkurs für 149 Dollar gekauft. 40 Lektionen. Ich habe mich durch vier Module gequält – Bildorganisation, Tonwerte. Aber dann kam „Modul 5: Advanced Masking“. Ich starrte auf den Bildschirm und spürte diesen körperlichen Drang, den Laptop einfach zuzuklappen und zu meinen Aquarellfarben zurückzukehren. Diese lineare Logik tötet meine Intuition.
Ich will nicht wissen, wie der Algorithmus die Maske berechnet. Ich will, dass das Licht an der Saale so weich aussieht wie auf meinen iPad-Zeichnungen. Der Kurs war gut strukturiert, absolut, aber für meinen Kopf zu sehr „Mathe-Hausaufgabe“. Also habe ich abgebrochen. 149 Dollar Lehrgeld für die Erkenntnis: Ich brauche eine Abkürzung. Eine visuelle Basis, von der aus ich starten kann.
Die Suche nach der digitalen Lichtkante
Im September 2024 bin ich über ein deutsches Preset-Paket gestolpert. 70 Dollar für 100 Looks. Ein fairer Deal, dachte ich, besonders weil ein einziger Familien-Auftrag hier in Halle die Kosten sofort wieder reinspielt. Das Paket heißt 100 Lightroom-Presets für Reise- und Landschaftsfotografen. Eigentlich für Berge und Wälder gedacht, aber für die Saale-Aue? Perfekt.
Ich erinnere mich an den Moment im Atelier-Café. Der Geruch von kaltem, feuchtem Stein im Hausflur des Paulusviertels hing mir noch in der Nase, draußen nieselte es. Ich saß am iPhone, habe die .dng-Dateien in Lightroom Mobile geladen und den Look „Cinematic 02“ auf ein Foto vom letzten Shooting in Glaucha gelegt. Plötzlich hatte das trübe Saale-Wasser diese Tiefe. Wie ein tiefer Tusche-Waschgang. Ein Klick statt drei Stunden schieben.
- Cinematic: Nutze ich für die weiten Szenen an der Peißnitzinsel. Gibt dem Grün eine Ruhe, die weniger nach „Halle-Neustadt“ und mehr nach „Märchenwald“ aussieht.
- Moody: Mein Favorit für die Schatten unter den alten Weiden. Es betont die Lichtkante auf den Haaren der Kinder.
- Natural: Wenn die Hauttöne bei Mittagssonne zicken.
Das Problem mit der Saale-Sonne (und wie Presets helfen)
Das Schwierigste an der Saale ist das Licht. Wenn man nicht gerade zur „Goldenen Stunde“ fotografiert, hat man oft dieses harte, reflektierende Licht von der Wasseroberfläche. Standard-Presets fressen da oft die Lichter komplett aus. Die Haut der Kinder sieht dann aus wie Plastik.
Ich hatte neulich einen Zwillings-Shoot am Riveufer. Die Sonne stand noch zu hoch. Das Preset „Natural 03“ war mein Rettungsanker. Ein Klick, und die Hauttöne sahen wieder gesund aus. Ich habe buchstäblich ausgeatmet vor Erleichterung – das hat mir sicher drei Stunden manuelles Color-Grading erspart. In der Zeit habe ich lieber eine neue Kinderbuch-Skizze angefangen.
Was ich an dem Paket von „Mein Workflow“ liebe: Ich kann den Look am MacBook im Atelier finalisieren (.xmp-Dateien) oder eben schnell zwischendurch im Café am Smartphone. Die Zeitersparnis ist irre. Früher habe ich 45 Minuten an einer Auswahl rumgedoktert, heute bin ich in 15 Minuten durch mit dem Grund-Look. Das ist eine Effizienz-Steigerung von über 60 Prozent. Zeit, die ich für meine eigentliche Kunst habe.
Vom Suchen und Finden eines eigenen Stils
Manchmal sitze ich da und denke: „Wenn ich dieses Foto nicht so magisch hinbekomme wie eine Buchillustration, bin ich nur eine weitere Person mit einer teuren Kamera.“ Das ist mein innerer Kritiker. Aber dann sehe ich, wie die Presets die Bildtiefe rausholen, die meine Sony Alpha 6000 zwar eingefangen, aber im RAW-Format versteckt hat.
Ich nutze die Presets wie digitale Pinsel. Ich klatsche sie nicht einfach drauf und fertig. Ich wähle einen Look, der zum Gefühl des Tages passt. War es windig an der Saale? Dann eher „Moody“. War es ein warmer Picknick-Tag auf dem Galgenberg? Dann „Natural“. Wer mehr Kontrolle will und vielleicht sowieso schon mit Photoshop für Illustrationen arbeitet, für den ist der Photoshop-Kurs für Landschaftsbearbeitung vielleicht ein Plan B, aber für meinen schnellen Familien-Workflow bleibt Lightroom ungeschlagen.
Falls du auch gerade merkst, dass deine Frühlings-Fotos an der Saale irgendwie zu „giftgrün“ wirken – ich habe dazu neulich erst aufgeschrieben, warum ich meine Frühlings-Shootings jetzt anders editiere. Das Problem mit dem knalligen Maigrün kennt jeder, der hier draußen fotografiert.
Am Ende ist es wie beim Zeichnen: Die Technik muss verschwinden, damit das Bild atmen kann. Die Presets nehmen mir das Technische ab, damit ich mich auf die Komposition und das Gefühl konzentrieren kann. In meinem kleinen Atelier im Paulusviertel stapeln sich die Skizzen – und auf meinem MacBook jetzt endlich Bilder, die genauso viel Herz haben.