5 Tipps für den Illustrator Style in Lightroom ohne Kurs-Stress (2026 Update)

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5 Tipps für den Illustrator Style in Lightroom ohne Kurs-Stress (2026 Update)

Draußen am Saale-Ufer, irgendwo zwischen Peißnitzinsel und Ziegelwiese, flirrte das Licht Ende Mai so unentschlossen zwischen Frühlingssonne und Gewitterwolken. Ich hatte die kleine M. und ihre Eltern vor der Linse. Meine alte Sony Alpha 6000 – die, die schon mein Diplom an der Burg Giebichenstein begleitet hat – fühlte sich in der Hand fast schwer an. Am Abend saß ich dann im Atelier im Paulusviertel. Der Tee war längst kalt. Auf dem MacBook starrten mich die RAW-Dateien an. Blass. Ein bisschen seelenlos. Ein technisches Grau, das so gar nichts mit den leuchtenden Aquarellen zu tun hatte, die daneben auf meinem Zeichentisch trockneten.

Ich erinnerte mich an den Moment im Januar, als ich frustriert diesen Lightroom-Komplettkurs zugeschlagen habe. Nach Modul 4 war Schluss. Ich kann nicht linear lernen. Ich kann nicht nach Lehrplan fühlen. Als Illustratorin brauche ich den intuitiven Zugang. Ich will das Bild nicht reparieren, ich will es malen. In den letzten Wochen habe ich in meinem Lichtbildlabor-Tagebuch festgehalten, wie ich Lightroom austrickse, damit es wie mein Skizzenbuch aussieht. Hier sind meine fünf Erkenntnisse für alle, die lieber fühlen als Regler studieren.

1. Presets als Grundierung verstehen

Nahaufnahme der Lightroom-Bearbeitung am MacBook mit künstlerischem Zubehör im Hintergrund

In der Aquarellmalerei fange ich nie auf dem weißen Papier an, ohne eine Vorstellung der Lasur zu haben. Genauso sehe ich Presets. Sie sind keine Fertig-Lösung, sie sind die Grundierung. Bei dem Shooting in Glaucha vor zwei Wochen habe ich gemerkt: Wenn ich direkt an der Belichtung schraube, verliere ich mich in technischen Details. Ich brauche erst die Stimmung.

Ich nutze meistens einen 'Moody'- oder 'Natural'-Look als Basis. Es ist wie die Wahl des Papiers. Die Textur muss stimmen. Früher habe ich an jedem Bild ewig herumgedoktert. Heute lege ich das Preset drüber und sehe sofort: Atmet das Bild? Oder erstickt es unter den Kontrasten? Es spart mir Stunden, die ich lieber mit der Tuschefeder verbringe. Wenn die Basis stimmt, brauche ich nur noch Nuancen zu ändern. Ein Klick, und die Richtung steht. Erst dann fange ich an, das Licht zu formen, so wie ich es bei meinen Sony Alpha 6000 Einstellungen für natürliche Familienfotos im Freien schon beim Fotografieren versuche vorzubereiten.

2. Die Sache mit dem giftigen Grün

Die Sony Alpha 6000 Kamera auf einem Stapel Illustrationen neben dem Laptop

Ein großes Problem an der Saale im Frühling: Dieses unfassbar aggressive Grün. Die Sensoren meiner Sony machen daraus oft ein Neon-Spektakel, das in meinen Illustrationen nie vorkommen würde. In Lightroom gehe ich deshalb radikal in das HSL-Panel. Ich ziehe die Sättigung von Grün und Gelb weit nach links und verschiebe den Farbton von Grün leicht Richtung Orange oder Blau.

Ich will keine botanische Korrektheit. Ich will eine Tonalität, die an alte Bilderbücher erinnert. Wenn das Grün zurücktritt, fangen die Hauttöne der Kinder plötzlich an zu leuchten. Es ist genau das, was ich auch in meinem Lightroom Workflow für sanfte Aquarelleffekte immer wieder betone: Weniger Realität ist oft mehr Gefühl. Das Bild wirkt sofort flächiger, ruhiger. Wie eine Lithografie, bei der die Farben bewusst begrenzt wurden. Es entsteht ein Raum für die Geschichte hinter dem Foto.

3. Klarheit ist der Feind des Weichen

In meinen Zeichnungen setze ich Linien bewusst, aber die Flächen bleiben weich. Lightroom verführt dazu, den 'Klarheit'-Regler hochzuziehen, um Details zu betonen. Aber Vorsicht: Das macht Gesichter hart und unruhig. Für den Illustrator-Look ziehe ich die Klarheit oft sogar ein Stück ins Minus. Das erzeugt einen sanften Schimmer, fast wie ein Weichzeichner.

Stattdessen nutze ich den 'Struktur'-Regler. Er betont die Haptik, ohne die Kanten zu zerreißen. Das Rauschen meiner alten Kamera, das bei wenig Licht in den Saale-Auen-Schatten entsteht, lasse ich oft bewusst drin. Es wirkt wie die Körnung von schwerem Büttenpapier. Perfektion ist langweilig. Ein bisschen 'Grain' gibt dem digitalen Bild die Seele zurück, die es beim Export oft verliert. Es muss sich nach Material anfühlen, nicht nach Pixeln.

4. Color Grading wie Farbmischen

Detailansicht der Color Grading Farbräder in Lightroom für den Illustrator-Look

Das Color Grading ist mein absoluter Lieblingsplatz in Lightroom. Schatten, Mitteltöne, Lichter. Ich mische hier meine Farben wie auf der Palette im Atelier. Oft lege ich ein kühles, tiefes Blau oder Violett in die Schatten – wie eine dunkle Lasur aus Indigo-Tusche. In die Lichter kommt ein warmer Ockerton oder ein sanftes Rosé, das an die Abendsonne über dem Galgenberg erinnert.

Letztens habe ich mich gefragt, ob eher Moody vs Natural Look: Welche Presets passen zu deinem Illustrationsstil?, gerade wenn das Licht an der Saale so unberechenbar ist. Das Color Grading entscheidet darüber. Es gibt dem Bild eine farbliche Klammer. Ein Foto vom Spielplatz in der Dölauer Heide wird so zu einer stimmigen Komposition, die nicht mehr nach 'Schnappschuss' aussieht, sondern nach einer bewussten künstlerischen Entscheidung. Es ist das Spiel mit Komplementärfarben, das wir an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle bis zum Umfallen geübt haben.

5. Die Lichtkante mit dem Pinsel malen

In der Illustration nutze ich Licht, um Formen zu definieren. In Lightroom mache ich das jetzt genauso mit dem Maskierungs-Tool. Ich helle nicht das ganze Bild auf. Ich setze gezielte Lichtakzente. Ein kleiner Pinselstrich mit erhöhter Belichtung auf dem Haarprofil eines Kindes oder entlang einer Schulter. Das nenne ich meine 'Lichtkante'.

Es hilft auch, den Blick zu lenken. Den Hintergrund dunkle ich oft mit einem radialen Verlauf leicht ab, damit das Motiv im Zentrum fast wie freigestellt wirkt, ohne künstlich zu sein. Ich schneide die Bilder auch oft ungewöhnlich an. Viel Leerraum oben – Negative Space – als würde dort noch ein Text für ein Kinderbuch stehen müssen. Das nimmt dem Foto die statische Schwere. Es bleibt eine Skizze. Ein Moment. Manchmal ist das, was man weglässt, wichtiger als das, was man zeigt. Genau wie bei einer guten Zeichnung im Paulusviertel-Hinterhof.

Mein Fazit nach all den Wochen: Man muss Lightroom nicht als technisches Monster sehen. Es ist nur ein weiterer Malkasten. Wer wie eine Illustratorin denkt, findet in den Reglern keine Hieroglyphen, sondern Pinselstriche. Man muss nur den Mut haben, den 'richtigen' Weg der Profi-Fotografen zu verlassen und seinem eigenen Auge zu vertrauen. Das Diplom an der Wand hilft nicht beim Editieren – aber das Gefühl für Licht, das man dort gelernt hat, das bleibt.