
Spätabends in meinem Atelier im Paulusviertel. Draußen ist es still, nur das Surren meines MacBooks mischt sich mit dem Geruch von feuchtem Aquarellpapier, das drüben auf dem Zeichentisch trocknet. Auf dem Bildschirm: Ein Familienporträt von der Saale-Aue. Technisch okay, aber es fühlt sich flach an. Wie eine digitale Datei eben. Es fehlt die Tiefe, das Weiche, das meine Illustrationen ausmacht.
Bevor ich dir erzähle, wie ich dieses Leuchten in die Bilder bringe: Diese Seite enthält Affiliate-Links. Wenn du über einen dieser Links ein Preset-Paket oder einen Kurs kaufst, bekomme ich eine Provision — für dich entstehen keine Mehrkosten. Ich verlinke nur Produkte, die ich selbst bezahlt und in echten Familien-Aufträgen oder im eigenen Workflow getestet habe. Wie meine alte Sony Alpha 6000, die ich seit dem Studium an der Burg Giebichenstein mitschleppe.
Das Ende der technischen Logik: Warum Kurse mich einengten
Ich habe es versucht. Wirklich. Letztes Jahr habe ich mir einen Adobe Lightroom Classic Komplettkurs geholt. Ich wollte es „richtig“ lernen. Histogramme, Metadaten, Katalog-Strukturen. Aber beim Starren auf das Curriculum von Modul 5 merkte ich: Ich habe null Interesse an technischer Verwaltung. Ich wollte nur, dass die Farben singen. Nach Modul 4 habe ich abgebrochen. Mein Gehirn funktioniert nicht linear, sondern visuell. Ich skizziere erst das Gefühl, dann die Details.

In meinem Lichtbildlabor-Tagebuch steht es schwarz auf weiß: „Warum versuche ich, eine Technikerin zu sein?“ Meine Kunden buchen mich, weil ich Illustratorin bin. Sie wollen keine perfekte Schärfe, sie wollen die Stimmung eines Sommertages an der Saale. Ich suchte einen Workflow, der sich wie Malen anfühlt. Ein Pinselstrich hier, eine Lasur dort. Mein ehrlicher Test zum Lightroom-Kurs hat mir gezeigt, dass ich einen anderen Weg brauche.
Wie Pinselstriche: Die Magie der Presets
Der Durchbruch kam letzten Herbst. Ich habe angefangen, mit dem 100 Lightroom-Presets Paket zu experimentieren. Es sind 13 Stilrichtungen drin, aber ich hänge fast immer bei „Cinematic“, „Moody“ und „Natural“ fest. Wenn ich das Cinematic-Preset auf ein Foto von der Peißnitzinsel lege, passiert etwas in mir. Meine Schultern entspannen sich. Plötzlich passt die Tonalität zu meinen iPad-Skizzen.
Es ist wie das Mischen von Aquarell-Farben auf der Palette. Ich klicke nicht auf „Auto-Korrektur“. Ich wähle eine Stimmung. Das „Moody“-Preset wirkt wie eine dunkle Tusche-Lasur in den Schatten, während „Natural“ die Lichtkante an den Haaren der Kinder so weich lässt, als hätte ich sie mit einem feinen Marderhaarpinsel nachgezogen. Wer noch mit alten Versionen arbeitet, muss aufpassen: Lightroom Classic braucht mindestens Version 7.3 für das XMP-Format, damit diese komplexen Farbabstufungen funktionieren.

Oft sitze ich im Atelier-Café im Paulusviertel, trinke einen schnellen Espresso und bearbeite die ersten Bilder direkt auf dem iPhone in Lightroom Mobile. Da das Paket beide Formate liefert — .xmp für den Rechner und .dng für das Handy — sieht der Look überall gleich aus. Das ist lebensrettend, wenn man als Freiberuflerin ständig zwischen Zeichenbrett und Kinderspielplatz pendelt. Blasse Handyfotos retten wird so zum intuitiven Spiel.
Schatten und Licht: Der Saale-Aue-Look
Erinnerst du dich an das graue Februar-Wetter? Da habe ich eine Familie am Galgenberg fotografiert. Das Licht war hart, fast schmutzig. In Lightroom habe ich die Schatten nicht einfach nur „aufgehellt“. Ich habe mit dem „Moody“-Look eine Tiefe erzeugt, die fast wie eine Kohlezeichnung wirkt. Ich nutze den Klarheit-Schieber wie einen Tusche-Druck — sparsam, nur um Konturen zu betonen, nie um das Bild hart zu machen.
Ein wichtiger Punkt für mich: Ich vergleiche die Moody vs Natural Looks immer mit meinen Papier-Arbeiten. Wenn ein Foto zu digital aussieht, reduziere ich die Sättigung, bis es die Anmutung einer leicht verblassten Illustration hat. Das ist kein technischer Prozess, das ist Gefühl. Ich schaue so lange auf den Bildschnitt, bis die Linienführung stimmt. Genau wie bei einem Buchcover.

Mein Tipp für den schnellen Workflow
Für uns Kreative, die oft unterbrochen werden — sei es durch einen neuen Illustrations-Auftrag oder private Termine — ist Zeit kostbar. Ich habe keine Lust auf manuelle Pinselarbeit in Photoshop. Deshalb ist das Lifestyle-Presets Paket mein Anker. Es gibt mir die Basis, auf der ich intuitiv aufbauen kann. Ein Klick, und die Grundstimmung steht. Den Rest mache ich nach Augenmaß.
Wenn du auch weg willst vom technischen Frust und hin zu Bildern, die sich wie gemalt anfühlen, probier es mal mit dieser intuitiven Herangehensweise. Es muss nicht perfekt sein. Es muss sich nur richtig anfühlen. Vielleicht sehen wir uns ja mal auf einen Kaffee im Paulusviertel oder beim Skizzieren an der Saale.