Ehrliche Erfahrungen mit dem Lifestyle Presets Paket für Familienfotos

Lifestyle Presets Paket für Familienfotos — Familienporträt im herbstlichen Nachmittagslicht

Den Klarheit-Regler schiebe ich zurück, ganz nach links auf null, und das Familienfoto von Henning Bauers Tochter fängt wieder an zu atmen, weich wie eine Aquarell-Lasur auf feuchtem Papier. Genau dafür sind Lightroom-Presets bei mir da: nicht als Zaubertrick, sondern als Palette. Das Lifestyle Presets Paket hat mich bei der Familienfotografie in Halle nicht über Nacht zur Fotografin gemacht, aber es hat meine Bildbearbeitung als Illustratorin in eine Richtung gebracht, die sich nach mir anfühlt. Die Fragen, die mir andere Kreative dazu stellen, sind fast immer dieselben. Hier meine Antworten, ohne Beschönigung.

Eine Sache vorweg, damit das hier ehrlich bleibt: Diese Seite enthält Affiliate-Links. Kaufst du über einen davon ein Preset-Paket oder einen Kurs, bekomme ich eine kleine Provision, für dich wird nichts teurer. Verlinkt wird nur, was ich selbst bezahlt und in echten Familien-Aufträgen oder im eigenen Workflow ausprobiert habe. Und wo ich etwas nicht komplett durchgearbeitet habe, schreibe ich das offen dazu. Von Illustratorin zu Kreativkopf.

Du brauchst keinen Kurs

Die kurze Antwort: nein. Den systematischen Weg habe ich zuerst probiert und mir den Adobe Lightroom Classic Komplettkurs geholt — über 40 Lektionen in Häppchen von zwei bis sieben Minuten, sauber strukturiert, mit Beispielfotos zum Mitmachen. Nach Modul vier war trotzdem Schluss. Ein Curriculum von vorne nach hinten abzuarbeiten läuft gegen meine intuitive Arbeitsweise; ob man Lightroom lieber intuitiv oder systematisch angeht, ist ein Thema für sich.

Was mir stattdessen eine Palette in die Hand gab, war das Lifestyle Presets Paket. Wichtig für die Ehrlichkeit: Die Looks «Cinematic», «Moody» und «Natural» habe ich nicht selbst entwickelt — sie stammen aus einem deutschen Preset-Paket für Reise- und Landschaftsfotografie, das ich im September 2024 gekauft habe. Mein Tipp, wenn du auch überlegst: Du musst keinen Kurs zu Ende bringen, bevor du loslegst. Es reicht, zu wissen, wo der Regler für die Farbtemperatur sitzt — damit du gegensteuern kannst, wenn ein Preset dein Bild plötzlich zu blau kippt.

Bildbearbeitung für Illustratoren mit Lightroom Mobile auf dem iPad — Familienfotos aus Halle vorsortiert

Die drei Looks, die zu meiner Linienführung passen

«Moody» nehme ich für die schattigen Ecken rund ums Paulusviertel — es gibt den Bildern eine Schwere, die trotzdem weich bleibt. «Cinematic» kommt raus, wenn ein Kind in Bewegung ist, kleine Filmstills fast. Und «Natural» ist mein Standard, wenn das Grün einer Kastanienallee am Händelplatz im Herbstlicht zu giftig aus der Kamera kommt; der Look zieht es ins Pastellige, so wie ich es in meinen Illustrationen mag.

Ob so ein Look bei echten Aufträgen wirklich hält, was die Vorschau verspricht, habe ich mir woanders ehrlich vorgenommen — hier nur die Faustregel, mit der ich im Moment arbeite. Wirkt das Grün grell, greife ich zu «Natural». Brechen harte Lichtkanten durch ein Gesicht, nehme ich «Moody», weil es die Schatten führt, statt sie absaufen zu lassen. Aus dreizehn Stilrichtungen finde ich fast immer einen Look, der eine ganze Serie zusammenhält. Das spart mir jedes Mal die Grübelei, mit welchem der hundert Presets ich überhaupt anfange.

Wenn ein Bild trotz Preset blass bleibt

Ein Preset ist kein Zauberstab — das sage ich jeder Kundin, die glaubt, ein einziger Klick löse alles. Am Händelplatz fällt das Herbstlicht durch die Kastanien manchmal so hart ein, dass ein Look die Tiefen komplett schluckt. Wie ich solche harten Schatten im Freien grundsätzlich lese, ist ein Kapitel für sich; im Auftrag zählt erst mal die schnelle Rettung.

Von Hand gehe ich dann gezielt ran: Schatten anheben, Belichtung nachziehen, manchmal den Klarheit-Regler ganz zurück auf null, weil er die Haut sonst hart wie ein zu fest gedrückter Tuschestrich macht. Meine Prüfung vorm Verwerfen eines Looks ist immer dieselbe — sind nur die Tiefen abgesoffen, hebe ich sie an, statt gleich ein anderes Preset zu suchen. Stehst du genau an diesem Punkt, mit Bildern, die matt aus der Kamera kommen, habe ich aufgeschrieben, was man tun kann, wenn Bilder zu blass aus der Kamera kommen.

Hauttöne: Der größte Umweg über Photoshop

Die Hauttöne waren mein teuerster Lernumweg, und der hatte nichts mit Lightroom zu tun. Eine Weile habe ich versucht, sie in Photoshop mit Ebenenmasken zu bearbeiten — genau so, wie ich beim digitalen Illustrieren Flächen freistelle und einzeln einfärbe. Bei einer Buchseite funktioniert das. Bei einem Kindergesicht wurde es fleckig, die Übergänge kippten ins Unnatürliche, und am Ende habe ich länger maskiert als fotografiert. Heute lege ich lieber einen Look auf, der die Haut von sich aus weich lässt, und korrigiere nur den Weißabgleich. Wie ich Hauttöne im Detail angehe, ist eine eigene Geschichte — und ob RAW oder JPEG dafür der bessere Start ist, ebenfalls.

Mein Lifestyle-Fotografie-Workflow zwischen Café und Atelier

Anfangen kann ich fast überall, und das ist der eigentliche Gewinn. Das Lifestyle-Paket kommt in beiden Formaten — .xmp für Lightroom Classic am MacBook und .dng für Lightroom Mobile auf dem iPhone. Im Café um die Ecke sortiere ich die Fotos vor und lege den ersten Look fest; den Feinschliff mache ich später am Schreibtisch im Atelier, wo iPad und Laptop ohnehin nebeneinander liegen. Beurteilt wird am Ende immer dort: Das Nordfenster wirft nur indirektes Licht auf den Screen, da verfälscht nichts die Töne. Wenn du oft unterwegs arbeitest, lohnt ein Paket, das beide Formate mitbringt — sonst legst du denselben Look zweimal fest.

Wo ich manchmal hänge, ist das Drumherum: Dateibenennung, Export-Einstellungen. Da hilft mir Tilo Benz, ein befreundeter Buchgestalter aus Leipzig, der Lightroom aus seinem Satz-Workflow kennt und mir zeigt, wie ich einen Export sauber benenne, damit später nichts durcheinandergerät. Beim Auftrag für Henning Bauer, einen Vater aus dem Umfeld des Atelier-Cafés, lief es dann rund: seine Tochter mitten in den Herbstblättern am Händelplatz, «Natural» als .dng aufs iPhone gelegt, der Look saß auf Anhieb. Ein paar Tage später kam von ihm eine Sprachnachricht mit ganz konkreter Rückmeldung, welches Bild die Familie am meisten berührt hatte.

Sony Alpha 6000 neben Tusche und iPad — Ausrüstung für Familienfotografie und Bildbearbeitung in Halle

Wo das Paket an seine Grenzen kommt

Ganz ohne Haken ist das Paket nicht, und das gehört zur ehrlichen Bilanz. Es kommt ohne Tutorials — du bekommst die hundert Dateien plus eine Installationsanleitung, aber keine Erklärung, welcher «Moody»-Look für welches Licht gedacht ist. Mir kam das entgegen, weil ich ohnehin durch Ausprobieren lerne; wer eine Schritt-für-Schritt-Anleitung braucht, sitzt hier erst mal allein da. Ein technischer Stolperstein noch: Lightroom in Version 7.2 oder älter wird nicht mehr unterstützt, wer noch mit einer Standalone-Version arbeitet, muss vorher auf Classic CC ab 7.3 wechseln.

Wer diese Schritt-für-Schritt-Führung wirklich vermisst, macht vielleicht doch ein paar Module im Lightroom Grundkurs — auch wenn ich dort selbst früh ausgestiegen bin. Es hilft, wenigstens die Grundregler zu kennen, damit ein Preset dich nicht ratlos lässt, sobald es das Bild in eine Richtung zieht, die du nicht wolltest.

Das passende Werkzeug finden

Am häufigsten werde ich gefragt, was man denn nun kaufen soll — hier meine Einordnung, ganz ohne Tabelle. Arbeitest du eher nach Gefühl und willst schnell Ergebnisse, die nach «Look» aussehen, ist das Lifestyle Presets Paket für dich das richtige: eine einmalige Zahlung statt eines weiteren Abos, was mir als Freiberuflerin lieber ist. Willst du die Technik von Grund auf verstehen und hast Geduld für über vierzig Lektionen, führt der Lightroom Komplettkurs dich fundierter ans Ziel, auch wenn er meinen kreativen Fluss eher gebremst hat.

Arbeitest du ohnehin viel in Photoshop — etwa für Buchcover —, gibt es noch die Bildbearbeitung für Landschaftsfotografie in Photoshop von Matthias Haltenhof, seit 2016 auf dem Markt. Die habe ich selbst nicht durchgearbeitet und führe sie ehrlich nur als Reserve, falls ich mal tiefer in die Landschaftsfotografie einsteige. Die Wahl ist am Ende einfach: das Preset-Paket, wenn du nach Gefühl arbeitest; den Kurs, wenn du die Regler verstehen willst; den Photoshop-Weg nur, wenn Lightroom für dich keine Option ist.

Kastanienallee am Händelplatz im Herbstlicht — natürliche Familienporträts mit Lifestyle-Presets bearbeitet

Mein Fazit zur Familienfotografie in Halle

Das Lifestyle-Paket ist mein fester Begleiter geworden, dutzende Familienshootings sind inzwischen damit durchgelaufen. Es ist wie mit meinen Aquarellfarben: Ich weiß, welches Blau ich mischen muss, um einen Himmel zu treffen, und genauso weiß ich, welchen Look ich klicke, damit die Haut eines Neugeborenen weich und natürlich bleibt. Kein Curriculum hat mir das beigebracht, sondern das Ausprobieren am echten Auftrag.

Willst du mehr Beispiele sehen, wie so ein Look über eine ganze Serie trägt, schau dir meinen Text über Familienshootings an der Saale an — dort zeige ich es Bild für Bild.

Am Ende zählt nicht, ob du jedes Modul eines Kurses bestanden hast, sondern ob die Mutter beim Anschauen der Bilder ihres Kindes eine Sekunde still wird. Genau dahin bringt mich das Lifestyle Presets Paket schneller, ohne dass ich mich in der Technik verliere. Lade dir die Beispielbilder, leg einen der Looks auf und schau, ob dein Auge sofort ja sagt — mehr Entscheidung braucht es zum Anfangen nicht. Du bist die Künstlerin; Lightroom ist nur dein Pinsel.