Warum ich als Illustratorin Lightroom Presets statt Photoshop Ebenen nutze (2026 Update)

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Warum ich als Illustratorin Lightroom Presets statt Photoshop Ebenen nutze (2026 Update)

Später Nachmittag im Atelier. Die Sonne steht tief über den Dächern im Paulusviertel. Ein langer Lichtstreifen fällt schräg über meinen Zeichentisch, tanzt auf den Farbnäpfen und bleibt an der Kante meines MacBooks hängen. Auf dem Schirm: die Ausbeute vom letzten Wochenende an der Saale-Aue. Eine junge Familie im hohen Gras. Die Kinder lachen, die Haare fliegen. Aber die RAW-Dateien meiner alten Sony Alpha 6000? Sie wirken wie eine Leinwand ohne Grundierung. Blass. Ein bisschen flach. Technisch okay, aber das Gefühl fehlt.

Bevor ich dir erzähle, wie ich diesen Fotos Leben einhauche: Ein kurzer Hinweis. Diese Seite enthält Affiliate-Links. Wenn du über einen dieser Links ein Preset-Paket oder einen Kurs kaufst, bekomme ich eine Provision — für dich entstehen keine Mehrkosten. Ich verlinke nur Produkte, die ich selbst bezahlt und in echten Familien-Aufträgen oder im eigenen Workflow getestet habe. Mein Burg-Diplom ist in Illustration, nicht in Fotografie – ich arbeite hier rein intuitiv und mit dem Blick für Farben, den ich an der Kunsthochschule gelernt habe.

Das Photoshop-Dilemma: Warum Ebenen mich Zeit (und Nerven) kosteten

Als ich im März 2024 anfing, Familienporträts als zweites Standbein aufzubauen, dachte ich: „Ich kann Photoshop. Ich mache das wie meine Illustrationen.“ Ich habe jedes Bild einzeln geöffnet. Masken erstellt. Eine Ebene für die Sättigung, eine für die Lichtkante, eine für den Kontrast im Vordergrund. Nach Stunden im Atelier hatte ich gerade mal fünf Fotos fertig. Mein Kaffee war kalt, mein Rücken steif. Und das Schlimmste: Der Stundenlohn als Freiberuflerin sank gegen Null. In der Zeit, die ich für 50 einzeln maskierte Fotos gebraucht hätte, hätte ich ein halbes Kinderbuch skizzieren können.

In Photoshop verliere ich mich im Detail. Ich zoome auf 300 Prozent, retuschiere kleinste Grashalme weg und vergesse die Komposition des Ganzen. Für eine einzelne Editorial-Illustration ist das okay. Da ist jedes Pixel wichtig. Aber für eine Serie von Familienfotos, die eine Geschichte erzählen sollen? Da ist es tödlich. Ich brauchte einen Workflow, der sich mehr nach Malen und weniger nach technischer Chirurgie anfühlt. Photoshop ist wie ein Skalpell. Ich aber wollte einen breiten Pinsel.

Detailansicht eines Schreibtischs mit Photoshop-Ebenen und Aquarellfarben als Kontrast

Der gescheiterte Kurs und die Suche nach dem Bauchgefühl

Im Mai 2024 wollte ich es „richtig“ machen. Ich kaufte mir den Adobe Lightroom Classic Komplettkurs. 40 Lektionen. Systematisch. Linear. Ich habe tapfer angefangen. Modul 1: Organisation. Modul 2: Import. Modul 3: Die Werkzeuge. Nach Modul 4 habe ich abgebrochen. Der Kurs ist gut strukturiert, wirklich. Aber er widersprach meinem Illustratorinnen-Stil. Während der Lehrer erklärte, wie man das Histogramm mathematisch liest, wollte ich nur wissen: Wie kriege ich das Grün der Saale-Wiesen so samtig hin wie in meinem Tuschkasten?

Ich arbeite nicht nach Curriculum. Ich skizziere erst die Stimmung und suche dann die Farbe. Der Kurs wollte, dass ich erst die Technik verstehe und dann das Bild fühle. Das hat den intuitiven Spaß am Lichtbildlabor komplett blockiert. Wer systematisch lernt, wird diesen Kurs lieben. Ich aber wollte Abkürzungen. Ich wollte Werkzeuge, die meine Bildidee unterstützen, ohne dass ich vorher ein Informatikstudium brauche. Ich wollte, dass sich die Regler wie Aquarell-Verläufe anfühlen.

Die Entdeckung der Presets: Digitale Grundierung für meine Vision

Im September 2024 kam der Wendepunkt. Ich habe das Lifestyle Presets Paket entdeckt. Eigentlich für Reisen gedacht, aber als Illustratorin sah ich sofort: Die Tonalität passt perfekt zu meinen iPad-Linien. Es sind 100 Looks drin. Für meine Aufträge nutze ich fast nur noch „Cinematic“, „Moody“ und „Natural“. Es war wie eine Offenbarung. Ein Klick, und die Farbtemperatur stimmte bei allen Bildern einer Serie gleichzeitig. Wie eine Grundierung auf einer Leinwand.

Ein Preset ist für mich kein „Cheat“. Es ist die Entscheidung für eine Farbpalette. Bevor ich den ersten Pinselstrich setze. In Lightroom bedeutet das: Ich lege den Look fest und habe sofort eine harmonische Basis. Das spart Stunden. Viele Familienfotos gleichzeitig in Lightroom mit Presets schneller bearbeiten ist seitdem mein Standard. Ich kann im Café im Paulusviertel am iPad die Vorauswahl treffen und zu Hause am Rechner nur noch die Lichtkante finalisieren. Die neuen .xmp Formate machen es möglich, dass der Look auf dem MacBook und dem iPad identisch bleibt. Endlich kein Chaos mehr.

iPad mit Lightroom Mobile und Familienfotos in einem Café im Paulusviertel

Wie ich meinen Illustrator-Stil in die Fotos bringe

Wenn ich an der Saale stehe, höre ich das leise Klicken meiner Sony Alpha 6000. Der Wind streicht durch das hohe Gras, das Licht ist weich. In diesem Moment fühle ich das Bild schon. Ich sehe die Linienführung der Bäume im Hintergrund. Später im Atelier will ich dieses Gefühl nicht in Photoshop-Reglern verlieren. Ich suche nach der Seele des Moments. Schöne Hauttöne in Lightroom bearbeiten mit dem Blick einer Illustratorin bedeutet für mich, die Wärme der Haut zu betonen, ohne dass es künstlich wirkt. Wie ein Hauch von Ocker im Aquarell.

Kürzlich hatte ich einen Auftrag bei einer Familie in Glaucha. Der Hinterhof war schattig, das Licht schwierig. Früher hätte ich in Photoshop verzweifelt Ebenen gestapelt. Mit dem Preset-Workflow war die Grundstimmung in fünf Minuten gesetzt. Den Rest habe ich intuitiv mit dem Pinsel-Werkzeug in Lightroom angepasst. Wie beim Lasieren in der Malerei.

Fazit: Weniger Technik, mehr Herzschlag

Heute ist der 11. Juni 2026. Ich blicke auf die letzten zwei Jahre zurück und merke: Der Wechsel zu Lightroom und den Presets war die beste Entscheidung für mein kleines Business. Die etwa siebzig Euro für das Paket waren nach dem ersten Auftrag an der Saale wieder drin. Keine monatlichen Abo-Kosten extra für komplizierte Plugins, einfach nur Werkzeuge, die funktionieren. Wer doch lieber in Photoshop bleibt, kann sich Bildbearbeitung Landschaftsfotografie mit Adobe Photoshop ansehen – für mich war es zu zeitintensiv, aber der Kurs ist seit Jahren etabliert und für Detail-Verliebte sicher Gold wert.

Ich sitze jetzt oft mit einem Kaffee im Hinterhof, das iPad auf den Knien. Ich klicke mich durch die Looks. Wenn ein Bild passt, fühle ich es sofort. Genau wie damals an der Burg Giebichenstein, wenn der erste Aquarell-Verlauf genau die richtige Transparenz hatte. Fotografie ist für mich nur eine andere Form des Zeichnens mit Licht. Und Lightroom Presets sind meine liebsten Pinsel geworden. Sie lassen mir die Freiheit, Künstlerin zu sein, statt Technikerin.

Wenn du auch nach diesem weichen, illustrativen Look suchst und keine Lust auf das Ebenen-Chaos hast, probier es mal mit den Presets. Es macht den Kopf frei für das, was wirklich zählt: Die Menschen vor deiner Kamera und das besondere Licht unserer Saale-Stadt. Schnapp dir den Look, der sich für dich richtig anfühlt, und fang einfach an zu malen – mit Licht.